Schulplatz mit alter Eiche im HerbstEichenhausen im SommerEichenhausen im WinterDorfsee

Die Eichenhäuser Dorfchronik


 

 800 wird „Vulfricheshus“ (= die Häuser des Wulfrich) erstmals urkundlich erwähnt. Amalbirge schenkt dem Salvator-Dom in Würzburg (heute Neumünster) alle ihre Güter, u.a. in Wülfershausen.
1010 wird „Egininhusa“ erstmals urkundlich erwähnt.
1018 schenkt Bischof Heinrich I. dem von ihm neugegründeten Kloster St. Stefan zu Würzburg den Zehnt der Pfarrei Wülfershausen. Damals ist der Ort schon Sitz einer Pfarrei mit vier Filialen, wie dem Stiftungsbrief zu entnehmen ist.
1144 übergibt Bischof Emmerich zu Würzburg den Zehenden zu Eichenhausen dem hennebergischen Hauskloster Veßra.
1258 übergibt Bischof Iring von Rheinstein die Pfarrei Wülfershausen dem Kloster St. Stefan zu Würzburg.
1507 wird die St. Stefans-Kapelle am Ortsende i.R. Saal erweitert und ein neuer Friedhof um dieses kleine Gotteshaus angelegt. Dessen älteste Bauteile gehen auf das 13. Jahrhundert zurück und es gilt somit als eines der ältesten im Grabfeld.
1509 erlässt Bischof Lorenz von Bibra einen Ablassbrief zum Zweck der Erbauung einer der heiligen Mutter Anna geweihten Kapelle in Eichenhausen. Der Ort ist seit frühester Zeit Filiale der Pfarrei Wülfershausen und gehört lediglich von 1598 bis 1602 der Pfarrei Saal a.d. Saale an.
1575 erhält Wülfershausen von Fürstbischof Julius Echter ein Gemeindewappen verliehen. Es zeigt den Gemeindepatron - den heiligen Vitus und das Wappen Echters. Das Originalwappen ist noch heute im Gemeindearchiv zu finden.
1587 nach dem Aussterben der Henneberger, geht das Rittergut Eichenhausen in den Besitz des Herzogs von Sachsen-Coburg über.
1600 haben in Wülfershausen Lehenbesitz: Die örtliche Pfarrei, die Klöster Bildhausen, Wechterswinkel, Frauenroth, St. Johannis unter Wildberg und St. Stefan, die Deutschordenskommende Münnerstadt sowie die Thüngen zu Retzstadt.
1603 wird in Eichenhausen Melchior Otto Voit von Salzburg geboren. Er wird 1642 Fürstbischof von Bamberg und gründet die dortige Universität. Er stirbt 1653.
1607 u.1692 vernichten zwei große Brände insgesamt 210 Wohnungen und Nebengebäude. Ursache des Brandes von 1692 ist der Schuss eines Dragoners nach einer Taube, die auf einem Strohdach sitzt.
1607 wird unter Pfarrer Kilian Gullmann, dem späteren Abt des Würzburger St. Stefansklosters, in Wülfershausen eine neue Kirche erbaut. Die unteren Stockwerke des Kirchturms, die auch heute noch vorhanden sind, stammen von den Vorgängerbauten. Die Kirche war bis in unsere Zeit umgeben von Gaden, die beim Neubau 1962/63 vollständig verschwinden.
1617 wird der Wartturm auf der Landwehr laut Gemeinderechnung weiss angestrichen. Seitdem trägt der landschaftsprägende Turm an der Flurgrenze zu Walters- und Wargolshausen die Bezeichnung „Weisser Turm“. Der jetzige Turm wurde im 15./16. Jahrhundert errichtet. Vorgängerbau dürfte ein Holzturm aus dem 13. Jahrhundert gewesen sein. Feindliche Angriffe sollten rechtzeitig erkannt werden.
1695 wird das Gut von Philipp Karl Voit von Salzburg an Ludwig von Boyneburg verkauft.
1712 erbaut Valentin Voit von Salzburg in Eichenhausen ein neues Schloss.
1804 wird Wülfershausen, das bisher dem Landgericht Neustadt angehört, dem Landgericht und Rentamt Königshofen zugewiesen.
1812 werden die zum Schloss gehörigen Grundstücke von den Grafen von Soden (Graf Julius von Soden-Sassanfahrt hat den Besitz in Eichenhausen 1796 erworben) an die Eichenhäuser Landwirte verkauft.
1920 wird der Armenseelentag in Wülfershausen von den Schwestern Gertrud und Marianne Weber gestiftet, um an die Gefallenen, Vermissten und Verstorbenen der Gemeinde zu erinnern. Das Fest wird seitdem alljährlich festlich begangen.
1829 erfolgt die Stiftung eines Frühmessbenefiziums durch Anna Maria Rösch.
1840 wird der einstmals stark verbreitete Weinanbau in Wülfershausen eingestellt. Heute noch erinnern das Gemeindewappen und die St. Urbans-Prozession am 25. Mai, dem Patrozinium des heiligen Urban (er ist der Patron der Weinberge), alljährlichdaran.
1938 wird die jüdische Kultusgemeinde Eichenhausen aufgelöst. Deren wenige verbliebenen Mitglieder schließen sich der Gemeinde in Neustadt/Saale an.
1952 wird in Wülfershausen eine Flurbereinigung durchgeführt Eichenhausen.
1962 -
1963
wird ein Kirchenneubau erstellt. Von der alten Kirche bleibt lediglich der Turm erhalten. Das neue Gotteshaus kostet 635.000 DM.
1978 wird die Gemeinde Eichenhausen nach Wülfershausen eingemeindet.
2008 Renovierung der Leichenhalle.
2009 die Kirche wird restauriert. Der Dorfplatz am Feuerwehrhaus wird erneuert.
Quellen: Reinhold Albert, Heimat- und Archivpfleger des Landkreises Rhön Grabfeld