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Melchior Otto Voit von Salzburg, der große Sohn Eichenhausens



Melchior Otto Voit von Salzburg wurde am 19. Juni 1603 im Schloss von Eichenhausen geboren und stammte aus dem Geschlecht der Voit von Salzburg. Sein Vater war Johann Wolfgang Voit von Salzburg und seine Mutter warDie Familie dürfte aus dem besonders im Haßgau begüterten Geschlecht der Fieger hervorgegangen sein. Namensgebender Stammsitz ist die Burg Salzburg bei Bad Neustadt an der Saale in Unterfranken. Die Voit von Salzburg sind als Gefolgsleute der Bischöfe von Würzburg bekannt und waren als Teil der reichsfreien fränkischen Ritterschaft im Kanton Rhön-Werra organisiert.Seine kirchliche Laufbahn begann Melchior Otto Voit von Salzburg 1612 als Domizellar in Würzburg. Er studierte an den Universitäten Dillingen (1617/18) und Löwen, heute Belgien, (1623) Philosophie und Jurisprudenz. In Würzburg wurde er im Jahr1627 Domkapitular, ab dem Jahre 1630 war er Landrichter des Herzogtums Franken. Im Jahr 1622 wurde er zum Domherrn in Mainz ernannt und ab 1627 wurde er auch Domherr in Bamberg, wo er 1638 zum Dompropst befördert wurde.Am  25.8.1642 wurde Melchior Otto Voit von Salzburg zum Fürstbischof  von Bamberg gewählt.(Ein Fürstbischof war ein Bischof, der in Personalunion mit seiner geistlichen Macht auch weltliche Herrschaft über ein Territorium ausübte, dem er als Landesherr vorstand. Auf dem Gebiet des Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation wurde die Funktion mit der Auflösung des Reiches im Jahre 1806 abgeschafft.)Die Bestätigung erfolgte am 5. Mai 1643 durch Papst Urban VIII. Melchior Otto Voit von Salzburg hat in seinem Leben weder die Priester- noch die Bischofsweihe empfangen. Der Beginn seiner Amtszeit war geprägt von den Wirren des Dreißigjährigen Krieges. Ständig zogen Truppen plündernd durch das Hochstift von Bamberg. Manche Heeresteile mussten einquartiert und versorgt werden (sogar im Bamberger Dom!).Als Direktor des Fränkischen  Reichskreises und Landesherr wirkte er, beraten von seinem Kanzler Dr. Heinrich Mertloch und vertreten durch seinen Bevollmächtigten Cornelius Gobelius, auf Teilnahme  aller Reichsstände an den Friedensverhandlungen hin. Auf dem Westfälischen Friedenskongress suchte er zusammen mit dem Würzburger Bischof  Johann Philipp v. Schönborn trotz gelegentlicher Irritationen Kontakte zu Frankreich und bat um den Beistand des Kurfürsten Maximilians von Bayern, dessen Initiativen er auch oft unterstützte. Sein Verhältnis zu Habsburg war wegen der Bamberger Besitzungen in Kärnten voller Spannungen und wurde wegen der kaiserlichen Religionspolitik von Misstrauen bestimmt. Obwohl das Hochstift Bamberg im Krieg schwer gelitten hatte, erweiterte er am 14. November 1647 das damalige Jesuitenkolleg in Bamberg um die Fakultäten Philosophie und Theologie zur Academia Ottoniana. Er benannte sie nach seinem Namenspatron, dem heiligen Otto, dessen Grabstätte in der Bamberger Kirche St. Michael ist. Der 14. November 1647 gilt somit als Gründungstag der Universität von Bamberg, die 1648 von Kaiser Ferdinand III und Papst Innozenz X bestätigt wurde. Die Leitung der Universität und deren Unterrichtsgestaltung übertrug der Fürstbischof auf den Jesuiten-Orden.Das Jahr 1648 stellte einen gewichtigen Einschnitt in die Hoheitsgebiete des Bistums Bamberg dar. Denn durch den Westfälischen Frieden wurden dem Bistum Bamberg alle Pfarreien entzogen, die am 1. Januar 1624 mit protestantischen Geistlichen besetzt gewesen waren. Neben den Schulden, die aufgrund des Krieges entstanden waren, wurden dem Bistum Entschädigungszahlungen an Schweden in Höhe von 100.000 Gulden auferlegt. Trotzdem gelang es bald nach dem Krieg, den renovierungsbedürftigen Dom barock umzugestalten, für die er bedeutende Künstler heranzog.Fürstbischof Melchior Otto Voit von Salzburg starb am 4. Januar 1653 in Forchheim.Eine besondere Ehre erhält der Fürstbischof Melchior Otto Voit von Salzburg von der Stadt Kronach. Traditionell wird in Kronach am Sonntag nach Sebastiani, dem am 4. Januar 1653 verstorbenen Bamberger Fürstbischof Melchior Otto Voit von Salzburg gedacht. Der Melchior-Otto-Tag ist für die Kronacher ein besonderer Tag. An diesem Tage wird erinnert an die Tapferkeit der Kronacher während des Dreißigjährigen Krieges und der Auszeichnung, die sie zum Dank von Fürstbischof Melchior Otto im Jahre 1651 erhielten.
Die Melchior-Otto-Säule auf dem Melchior-Platz in der Oberen Stadt ist der sichtbare Zeuge dieser Danksagung.Otto-Platz in der Oberen Stadt ist der sichtbare Zeuge dieser Danksagung.
 
Die Ratsherren der Stadt Kronach begehen seit nun 360 Jahren im Gedenken an Fürstbischof Melchior Otto einen ewigen Jahrtag in Form einer feierlichen Messe in der katholischen Pfarrkirche St. Johannes d.T. Ein historisches Gepräge erhält das Gedenken durch die Teilnahme zahlreicher Bürger im historischen Gewande, die die Ratsherren im feierlichem Zuge vom alten Rathaus in die Pfarrkirche begleiten.
Nach der Kirche wird auf dem Melchior-Otto-Platz dem Fürstbischof für seine großzügigen Gaben mit einer Ehrensalve gedankt. Die Ratsherren danken dem historischen Volke für ihre Teilnahme mit einem Eimer Bier.

Literatur   F. Wunder, Die Gesch. d. Stiftungen d. Fürstbischofs M. O., d. Kanzlers Joh. Reuß u. d. Ritter v. Schnappaufischen Geschwister, in: 13. Ber. … d.|hist. Ver. zu Bamberg, 1850, S. 1-59; Aus d. Stammbuchbll. e. Augsburgers in d. J. 1621–27, ebd. 19, 1856, S. 183-90; H. Weber, Bamberg im dreißigj. Krieg, ebd. 48, 1886, S. 1-132; J. Looshorn, Die Gesch. d. Bisthums Bamberg Vl, 1906, S. 367-422; F. Dreßler, Ein Bild d. Fürstbischofs M. O. V. v. S., in: Fränk. Bll. 9, 1957, S. 85 f. (P); J. Kist, Fürst- u. Erzbistum Bamberg, 31962, S. 105-07 (P); H. Dietz, Die Pol. d. Hochstifts Bamberg am Ende d. Dreißigj. Krieges, 1968; Acta Pacis Westphalicae, bes. III A 4, 1, 1970; Oberfranken in d. Neuzeit bis z. Ende d. Alten Reiches, hrsg. v. E. Roth, 1984 (P); Von d. Academia Ottoniana z. Otto-Friedrich-Univ. Bamberg

Text und Bild: Wolfgang Seifert